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Nachsorge

Nachsorge Trier

By 4. Dezember 2025No Comments

Nachbericht der Stadt Trier

4. Dezember 2025

Die Stadtverwaltung Trier hat anlässlich der Gedenkveranstaltung eine Pressemitteilung verfasst.

Foto: Pressestelle der Stadt Trier

Zur Pressemitteilung

Rede zum 5. Jahrestag

1. Dezember 2025

Liebe Anwesende,

heute ist ein schwerer Tag. Fünf Jahre sind vergangen, fünf Jahre – eine lange Zeit im öffentlichen Erleben, in der öffentlichen Aufmerksamkeit. Diese fünf Jahre sind eine kurze Zeit im Erleben von Hinterbliebenen und körperlich und seelisch Verletzten. Nach dem Erleiden einer grausamen Gewalttat verschwinden, verschwimmen die Grenzen zwischen Vergangenheit und Gegenwart: die Gedenktage, öffnen die Erinnerung an dieses Erlebte und es fühlt sich so an, als sei es gerade erst passiert.

Die ersten Wochen nach der Amokfahrt gab es ein Lichtermeer von Kerzen, Blumen, Stofftieren und Briefen, die an den einzelnen Stellen, wo ein Mensch ums Leben kam, hingestellt und niedergelegt wurden. Wenn man in die Stadt kam, waren da immer viele Menschen drum herum, fassungslos, trauernd und auch weinend. Man hat sich dann mit seiner eigenen Trauer und Verarbeitung nicht mehr so alleine gefühlt. Dann plötzlich war alles weg und man erlebte eine Leere, wenn man in die Stadt ging. Die Menschen lachen, essen, hören Musik – das Leben und der Alltag geht weiter. Hinterbliebene und Verletzte, die in die Stadt kamen, standen verloren da, hatten keine Stelle, wo man gedenken und das Erlebte weiter verarbeiten kann. Deshalb war es ein großer Wunsch der Angehörigen der Verstorbenen, dass ihre liebsten Menschen durch die jeweiligen Gedenkstätten gewürdigt und in Erinnerung gehalten werden. Die Stadt Trier hat es dann ermöglicht, dass in Abstimmung mit Hinterbliebenen und Verletzten individuelle Gedenkorte und eine zentrale Gedenkstätte, an der wir uns heute versammeln, geschaffen wurden. An den einzelnen Todesorten wurden Kupferplatten im Boden angebracht mit Namen, einem passenden Symbol und mit Licht, damit die Menschen nicht darauf treten.

Als wir im Oktober 2024 nach einem Nachsorgetreffen, fast vier Jahre nach der Amokfahrt mit dem Künstler Clas Steinmann an dieser Gedenkstätte standen, erinnerten wir uns: „Wir sind nicht länger das, was wir waren, bevor das Unheil namens gestern eintrat.“ Samuel Beckett. Mit anderen Worten: Es gibt eine Zeit Vor dem Ereignis und eine Zeit Nach dem Ereignis. Betroffene berichten, dass sich ihr Leben mit einem gravierenden Ereignis komplett geändert habe. Sie waren vor dem Ereignis ein anderer/eine andere. Und nun macht sich eine große Verunsicherung breit, die eigene Welt ist aus den Fugen geraten, die Unbefangenheit, die Zuversicht und Fröhlichkeit dahin, das Selbst- und Weltverständnis durch die Gewalttat zersplittert, zerschlagen. Und viele wünschen sich ihr altes Leben zurück, in dem die Welt, wenn auch nicht vollkommen, aber doch in Ordnung war, einfach normal war, trotz aller Probleme, Ängste und Unwägbarkeiten, die ja auch in einem normalen Leben eben so vorhanden sind. Aber das Leben Vor dem Ereignis war einigermaßen berechenbar – eben normal. Dass unsere Wege abgebrochen werden – plötzlich, unverhofft, das mussten viele Anwesende erleben.

Sie müssen weiterleben mit Wunden, die man von außen kaum sieht. Manches des lebensbedrohlichen Erlebens taucht auch heute noch unverhofft und bedrohlich auf: durch Geräusche wie Martinshörner, Beschleunigungs- und Bremsgeräusche, verstörende Bilder in Träumen. Manches des lebensbedrohlichen Erlebens kann heute erst in einem geschützten und helfenden Rahmen erzählt werden. Manche und mancher meiden heute noch die Innenstadt und größere Menschenmengen. Ihr Sicherheitserleben ist nachhaltig gestört und verhindert manches schöne Erleben, manche Auszeit oder manchen Urlaub.

Dieser Gedenk-Ort soll auch denen eine Stimme geben, welche keine mehr haben, weil sie auf bestialische Weise dahingerafft, ausgelöscht oder verletzt an Leib und Seele wurden. Am 01. Dezember 2020 wurden durch die Amokfahrt Menschen getötet, die für und in ihren Familien, Wärme und ein Stück Zuhause waren. Es wurden getötet:

  • Ulli und Jupp
  • Virginia und Gregorius
  • Ariane
  • Katja
  • Und nach langem schweren Leiden Herr Schilz

Es ist kaum in Worte zu fassen, wie sehr uns diese Menschen fehlen. Ihr Lachen, ihre Nähe, ihre Selbstverständlichkeit in unserem Leben. Und doch stehen wir heute hier, um nicht nur an den Schmerz zu erinnern, sondern auch an die Liebe, die bleibt. Diese ermordeten Menschen haben in unseren Herzen, in unserer Familie, in allem, was wir mit ihnen geteilt haben, ihre Spuren, kraftvolle Spuren hinterlassen.

Die Stelen dieser Gedenkstätte wirken auf mich wie abgebrochen: Stufen, die nicht mehr gegangen werden können, ausgelöschtes Leben; und für die, die sich vor dem tödlichen Angriff retten konnten, bleibt ein verletztes und versehrtes Leben, das nun nicht mehr so möglich ist wie vor dem Ereignis, Stufen, die nun mühsam ins andere, neue Leben erklommen werden müssen.

Der Gedenkort macht aus ursprünglich gänzlich Unbeteiligten – weil sie Gottseidank damals gar nicht vor Ort waren – Beteiligte: Man tritt buchstäblich hinein in den Kreis der Opfer und Geschädigten. Man wird zu Be-teiligten, zu Anteil-nehmenden, wenn man empathisch in der Vorstellung erlebt, wie es hätte sein können, wenn man selbst dabei gewesen wäre… – und spürt womöglich ansatzhaft die Erschütterung, das Erschreckende, das Grauen und wendet sich solidarisch, feinfühlig und empathisch den Opfern zu. So kann der Gedenkort eine Schnittstelle vom Über- ins Weiter-Leben werden.

Dieses Gedenken ist unser stilles Versprechen: dass keiner von ihnen vergessen wird. Möge dieser Tag uns daran erinnern, wie zerbrechlich das Leben ist – und wie wichtig es ist, einander festzuhalten. Wenn wir hier gemeinsam gedenken, dann verbinden wir uns untereinander in der Bewahrung vor Gefahren grausamer Gewalt und in der Hoffnung und dem Vertrauen, dass wir diesen Gefahren in Gemeinschaft die Stirn bieten können. Gemeinsames Gedenken fünf Jahre nach dem Erleben und Erleiden dieser Gewalttat kann uns im Bewusstsein miteinander verbinden, dass wir Menschen immer füreinander da sind, wenn wir Hilfe benötigen, wenn wir uns nach Verständnis und Hilfe sehnen, und dass wir uns geborgen wissen in Freundschaft und Liebe. In der gemeinsamen Nachsorge nach der Amokfahrt vor fünf Jahren durch die Trierer Innenstadt konnten wir viel Solidarität untereinander und aus der ganzen Stadtgesellschaft erfahren. Dies gibt Kraft, da das Leiden gesehen und gehört wird und so Stück für Stück Leben zurückgewonnen werden kann. Danke für all die Unterstützungen, die wir erfahren durften.

Ich schließe mit den Worten des Schriftstellers Salman Rushdie, der bei einer Lesung von einem mordlüsternen Attentäter angegriffen und schwer verletzt wurde – mehrere Tage kämpften die Ärzte um sein Leben. Rushdie hat dieses traumatische Ereignis künstlerisch-literarisch verarbeitet und sagt anlässlich einer Preisverleihung: Es ist gut „hier zu sein, im Vergleich zu: nicht wieder hier zu sein – was auch eine Option gewesen wäre.“

Hilda Schneider

Zitate aus: Salman Rushdie, Knife

Gedenk-Ort Trier

28. November 2025

Rückblick | 26.10.2024

Wenn ein Unglück eine Katastrophe, ein Verbrechen geschieht, fragen sich viele Betroffene wie nicht-unmittelbar-Betroffene häufig: WARUM? Warum musste das geschehen, warum gerade ICH, warum mein Liebstes, warum war niemand da, der geholfen hat…??? Diese WARUM-Frage können wir meist nicht beantworten, falls überhaupt könnte es der Täter eines Verbrechens, und der schweigt sich, wie hier in diesem Falle, aus.

Die Stiftung Katastrophen Nachsorge ist fast unmittelbar nach der Amokfahrt vom 1. Dezember 2020 in der Betreuung der Opfer und Betroffenen engagiert. Nach dem letzten Nach-Sorge-Treffen am 26. Oktober 2024 ergab sich die Gelegenheit, den Gedenk-Ort im Schatten der Porta Nigra vorab zu besuchen, mit dem Trierer Künstler Claus Steinmann, dem Schöpfer dieser Stelen, ins Gespräch zu kommen und diesen denkwürdigen Ort zu beseelen – wie Sybille Jatzko (Stiftungsgründerin), die leider bei diesem Treffen nicht persönlich anwesend sein konnte, uns ans Herz legte. Da standen wir also und für wenige Minuten erinnerten wir uns:

„Wir sind nicht länger das, was wir waren, bevor das Unheil namens gestern eintrat.“ Samuel Beckett

Will heißen: Es gibt eine Zeit Vor dem Ereignis und eine Zeit Nach dem Ereignis. Betroffene berichten, dass sich ihr Leben mit einem gravierenden Ereignis komplett geändert habe. Sie waren vor dem Ereignis ein anderer/eine andere. Bisweilen sprechen sie von sich als in der dritten Person:

„die M. war vor dem Ereignis eine andere, sie war fröhlich, unbefangen und unbeschwert.“

Und nun macht sich eine große Verunsicherung breit, die eigene Welt ist aus den Fugen geraten, die Unbefangenheit, die Zuversicht und Fröhlichkeit dahin, das Selbst- und Weltverständnis durch die Gewalttat zersplittert, zerschlagen. Und viele wünschen sich ihr altes Leben zurück, in dem die Welt, wenn auch nicht vollkommen, aber doch in Ordnung war, einfach normal war, trotz aller Probleme, Ängste und Unwägbarkeiten, die ja auch in einem normalen Leben eben so vorhanden sind. Aber das Leben war einigermaßen berechenbar – eben normal. Dass unsere Wege abgebrochen werden – plötzlich in einem Nu, das habt ihr erlebt.

Der Schriftsteller Salman Rushdie, der bei einer Lesung von einem mordlüsternen Attentäter angegriffen und schwer verletzt wurde – mehrere Tage kämpften die Ärzte um sein Leben – hat dieses traumatische Ereignis künstlerisch-literarisch verarbeitet. Er beschreibt die Situation des Angriffs und seine, im Schock verharrende Nicht-Reaktion: Der Attentäter „hatte also frei Bahn. Ich stand einfach nur da und starrte ihn an, stand da wie angewurzelt, ein Kaninchendepp im Scheinwerferlicht.“ S.17 Sehr klug geht er mit dem Attentäter um: Er gibt ihm keinen Raum und nimmt ihm die Selbsterhöhung als potenzieller Held seiner abartigen Überzeugungen. Er macht ihn klein, nennt ihn nur „A“, was für „Attentäter“ oder „Arschloch“ steht – wie er ihn zuhause in seinen vier Wänden nennt, bleibt privat.

So geht nun aber unsere Konzentration weg vom Täter zu den Opfern: Dieser Gedenk-Ort soll auch denen eine Stimme geben, welche keine mehr haben, weil sie auf bestialische Weise dahingerafft, ausgelöscht oder verletzt an Leib und Seele wurden. Die Stelen wirken auf mich wie abgebrochen: Stufen, die nicht mehr gegangen werden können, ausgelöschtes Leben; und für die, die sich vor dem tödlichen Angriff retten konnten bleibt ein verletztes und versehrtes Leben, das nun nicht mehr so möglich ist wie vor dem Ereignis, Stufen, die nun mühsam ins andere, neue Leben erklommen werden müssen.

Der Gedenkort macht aus ursprünglich gänzlich Unbeteiligten – weil sie Gottseidank damals gar nicht vor Ort waren – Beteiligte: Man tritt buchstäblich hinein in den Kreis der Opfer und Geschädigten. Man wird zu Beteiligten, zu Anteil-nehmenden, wenn man empathisch in der Vorstellung erlebt, wie es hätte sein können, wenn man selbst dabei gewesen wäre… – und spürt womöglich ansatzhaft die Erschütterung, das Erschreckende, das Grauen und wendet sich solidarisch, feinfühlig und empathisch den Opfern zu. So kann der Gedenkort eine Schnittstelle vom Über- ins Weiter-Leben werden.

Ich schließe mit den Worten Rushdies, anläßlich einer Preisverleihung:

Es ist gut „hier zu sein, im Vergleich zu: nicht wieder hier zu sein – was auch eine Option gewesen wäre.“

Hilda Schneider

Zitate aus: Salman Rushdie, Knife

Stellungnahme von Betroffenen

20. September 2025

Sicherheit in der Innenstadt

Viele Betroffene der Amokfahrt, Verletzte und Hinterbliebene, leiden trotz aller medizinischer, therapeutischer und sozialer Anstrengungen nach wie vor unter dem Schrecken dieser Gewalttat. Neben und ergänzend zu den individuellen Bearbeitungsschritten in unterschiedlichen Therapien und Unterstützungen der Familien und des sozialen Umfeldes sind für einzelne Menschen nach wie vor die mehrmals jährlich stattfindenden Nachsorgetreffen der Stiftung Katastrophen-Nachsorge wichtig. In der Schicksalsgemeinschaft werden die vom gleichen Gewaltgeschehen Verletzten mit fachlicher Unterstützung zu einem sich gegenseitig unterstützenden Netzwerk. In den Nachsorgetreffen können im geschützten Rahmen alle Themen angesprochen werden, die zur Bewältigung des Erlebten im eigenen Leben beitragen können.

Das Thema Sicherheitserleben in der Innenstadt von Trier ist ein wichtiges Thema in diesem Austausch. Für die Betroffenen ist das Sicherheitserleben in der Trierer Innenstadt auch noch nach fünf Jahren gestört. Autoverkehr und rücksichtsloser Fahrradverkehr werden nach wie vor als Bedrohung im meist dichten Fußgängerverkehr und den meist großen Menschenmassen erlebt. Die vom damaligen Geschehen Verletzten sind in ihrem Sicherheitsempfinden sehr gestört. Diese hohe Empfindlichkeit führt zu einem starken Kontrollbedürfnis, sich sicher bewegen zu können. Einzelne Betroffene können trotz intensiver therapeutischer Arbeit die Fußgängerzone nicht betreten und scheuen auch sonst große Menschenansammlungen. Kommen dann noch Einzelereignisse wie rücksichtslose Autofahrer und ein die Fußgängerzone durchquerender PKW mit betrunkenen Jugendlichen hinzu, sind sofort die Erinnerungen an den 01. Dezember 2020 mit der schmerzenden Verunsicherung „Was passiert da?“, dem Lärm und der Panik im Zusammenhang mit den erlebten Verletzungen und Tötungen aktiviert. Das Wiedererleben im Flashback, was nicht durch gedankliche Prozesse abgestellt werden kann, reaktiviert einzelne Symptome bis zur Schockstarre.

In den letzten Treffen wurde immer wieder enttäuscht angesprochen, dass die Umsetzung des Sicherungskonzeptes mit den Polleranlagen so lange dauert. Völliges Unverständnis hat nun aber bei den Betroffenen ausgelöst, dass versucht wird, diese lange Zeitspanne zu nutzen, um das beschlossene Konzept aus Kostengründen zu reduzieren. Für die Betroffenen bedeutet diese neue Diskussion zwangsläufig einen Vertrauensverlust in politische Reden und politisches Handeln. Das Erleben als Betroffene, in der Gestaltung des Gedenkens und der Sicherheit in der Stadt gehört zu werden, war ein hilfreiches Erleben und half bei der Bearbeitung des schrecklichen Geschehens in der Trierer Fußgängerzone vor dem Weihnachtsfest 2020. Nichtbetroffene können gar nicht oder nur schwer die Bedürfnisse der Betroffenen nachvollziehen, deshalb ist es wichtig, die Betroffenen zu hören. Nur so können die richtigen Entscheidungen eines vielfältigen Spektrums bedacht werden. Die aktuelle Diskussion im Stadtrat verlässt diesen hilfreichen Trierer Weg der gemeinsamen Verantwortungsübernahme und respektvollen Würdigung erfahrenen Leides.

Wenn die Trierer Innenstadt und Fußgängerzone wirklich die „gute Stube“ für alle Menschen, Besucherinnen und Besucher, Menschen beim Einkaufen und Flanieren und für alle Trierer und Triererinnen sein soll, muss dieses Sicherheitsbedürfnis gewahrt bleiben. Gleichzeitig ist es den Betroffenen wichtig, dass bei Beibehaltung dieses Sicherheitsbedürfnisses nicht Einzelinteressen gegeneinander ausgespielt werden. So muss gewährleistet bleiben, dass gehbehinderte Menschen Zugang zu den Orten (Arztpraxen, kulturelle Orte …) haben, die sie sonst nur unter großen Schmerzen oder gar nicht erreichen können. Hier sollten neben der guten Aufklärung und Information von Fahr- und Taxidiensten gute Lösungen gefunden werden, die diese Ausnahmen unter Beachtung des Sicherungsinteresses gewähren können („Pförtnerdienste“, Halteplätze in der Nähe entsprechender Praxen und Orte …). Die Sicherheit für die Innenstädte bedarf keiner Ausnahmen. Seit 2020 gab es viele Folgeattentate und diese werden auch in der Zukunft nicht ausgeschlossen sein. Dass für viele Betroffene der Amokfahrt vom Dezember 2020 die Fußgängerzone nicht ohne die schrecklichen alten Bilder betretbar ist, sollte bei allen Sicherheitsüberlegungen mitbedacht werden.

So sind für die Hinterbliebenen ebenso wie für viele traumatisierte Menschen die individuellen Gedenksteine in der Fußgängerzone Orte zum Innehalten im sie umgebenden lärmenden und oft freudigen Alltag der anderen Passanten: In diesem Innehalten an den erinnerten Orten können sie weitergehen und sich in den sie umgebenden Alltag integrieren. Die Gedenksteine sind ebenso wie das Gefühl der größtmöglichen Sicherheit in der Innenstadt ein Grundbedürfnis für die Teilnahme am öffentlichen Leben der Stadt Trier. Der Respekt und das Gedenken bleiben Teil der Trierer Geschichte und verblassen nicht nach einer bestimmten Zeit der öffentlichen Aufmerksamkeit.

Nachsorge und 4. Jahrestag

4. Dezember 2024

Gedenken und nachhaltige Unterstützung

Anlässlich des Jahrestags der Amokfahrt in der Trierer Innenstadt organisierte die Stiftung Katastrophe-Nachsorge gemeinsam mit Dr. Bernd Steinmetz, Hilda Schneider und Sybille Jatzko ein besonderes Nachsorgetreffen im St. Joseph Stift.

Das Treffen begann mit einer Nachsorgegruppe, an der 12 Personen teilnahmen. In diesem geschützten Rahmen konnten Betroffene und Angehörige ihre Erfahrungen teilen und sich gegenseitig unterstützen. Im Anschluss besuchte die Gruppe gemeinsam die Einweihungszeremonie der neu gestalteten Gedenkstätte. Nach einer bewegenden Rede des Oberbürgermeisters kehrte die Gruppe für ein abschließendes Gespräch ins St. Joseph Stift zurück.

Ein wichtiger Beschluss des Treffens war die Einrichtung einer nachhaltigen Nachsorgegruppe mit regelmäßigen monatlichen Treffen. Die ersten Termine stehen bereits fest:

  • 25. Januar 2025, 10:00–16:00 Uhr, St. Joseph Stift
  • 22. Februar 2025, 10:00–16:00 Uhr, St. Joseph Stift
  • 29. März 2025, 10:00–16:00 Uhr, St. Joseph Stift

Diese Treffen bieten weiterhin die Möglichkeit, Gemeinschaft und Unterstützung zu erfahren. Alle Betroffenen sind herzlich eingeladen, daran teilzunehmen. Weitere Informationen erhalten Sie zeitnah auf unserer Website.

Bericht im des SWR

Auch der SWR berichtete über das Gedenken und die Einweihung der Gedenkstätte. Den ausführlichen Bericht können Sie hier ansehen:

Zum SWR Bericht

Nachsorgetreffen am Gedenkplatz

27. Oktober 2024

Gedenken, Seelsorge und Planung

Am Samstag, den 26. Oktober kamen im Rahmen eines weiteren Nachsorgetreffens Betroffene der Amokfahrt zusammen. Besprochen wurde die Gestaltung des 4. Jahrestags am 1. Dezember. Ebenso wurde gemeinsam der Gedenkplatz in der Innenstadt besucht.

Treffen anlässlich Revisionsverhandlung

23. Januar 2024

Sehr geehrte von den Folgen der Amokfahrt betroffene Damen und Herren, liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Nachsorgetreffen,

wie Sie vermutlich erfahren haben, kommt es bezüglich des Strafverfahrens zur Amokfahrt zu einer Revisionsverhandlung und die Termine wurden nun festgelegt.

Wir bieten aus diesem Anlass ein Nachsorgetreffen an, zu dem wir Sie herzlich einladen. Wir beginnen am Samstag 03. Februar 2024 um 10:30 Uhr mit einem Ankommen bei Kaffee, Tee und Kaltgetränken. Insgesamt steht uns für das Nachsorgetreffen ein Zeitfenster von 10:30 Uhr bis 15:00 Uhr zur Verfügung. Für ca. 12:00 bis ca. 13:00 Uhr planen wir eine Mittagspause.

Das Treffen findet im Konferenzraum des „Sozialdienstes katholischer Frauen“, in der Krahnenstraße 33-34 statt. Eine detailliertere Wegbeschreibung und eine Telefonnummer, die vor dem Treffen erreichbar ist, erhalten Sie nach Ihrer Rückmeldung.

Einige von Ihnen sind vermutlich über den Weg der Nebenklage im Austausch mit Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten. Andere sind vielleicht noch verunsichert, was die Revisionsbehandlung für die Betroffenen bedeutet oder bedeuten kann. Deshalb haben wir als Experten einen Rechtsanwalt, der zu diesen Fragen mit der Opfervereinigung Weißer Ring zusammenarbeitet, eingeladen. Rechtsanwalt Oberbillig hat uns bereits vor Aufnahme der Hauptverhandlung in einem Treffen der Schicksalsgemeinschaft fachkundig beraten und kann uns nun wieder helfen, die Bedeutung der Revisionsverhandlung richtig einzuordnen. Wir haben so unter Expertenbegleitung die Möglichkeit auf Ihre Fragen und Sorgen einzugehen.

Rechtsanwalt Oberbillig wird ab 13:00 Uhr an unserem Treffen teilnehmen. Diesen Programmpunkt öffnen wir auch für die Verantwortlichen (Vorstand und Kuratorium) der „Stiftung für die Betroffenen der Amokfahrt 1. Dezember 2020“. So können wir am Vormittag geschlossen im Kreis der Betroffenen, der Schicksalsgemeinschaft, Ihre Themen besprechen. Zu klären ist noch die Umsetzung des Wunsches von der Amokfahrt Geschädigter das Kuratorium der „Stiftung für die Betroffenen der Amokfahrt 1.Dezember 2020“ um ein weiteres Mitglied aus dem Kreis der Betroffenen zu ergänzen. Dies kann im Rahmen unserer Zusammenkunft besprochen und der Stiftung vorgeschlagen werden.

Bitte teilen Sie uns mit, ob Sie am Treffen teilnehmen möchten, damit wir den notwendigen Rahmen vorbereiten können. Die Rückmeldungen können Sie an die Email-Adresse: bernd.steinmetz@katastrophen-nachsorge.de senden. Rückfragen können wir ebenfalls gerne über diese Mailadresse oder auch telefonisch klären.

Leider können Frau und Herr Jatzko aus gesundheitlichen Gründen nicht nach Trier anreisen. An ihrer Stelle wird eine weitere erfahrene Mitarbeiterin der Stiftung Katastrophen-Nachsorge, Frau Hilda-Maria Schneider aus München, mit mir unser Treffen leiten. Seien Sie alle herzlich eingeladen!

Bernd Steinmetz

Anlässlich des 3. Jahrestag

2. Dezember 2023

2023, drei Jahre sind vergangen.

Manchmal
kommen alte Bilder –  das Ereignis, obwohl du sie/es nicht gerufen hast,
in die Gedanken und Gefühle zurück
Dann kehrt wieder Angst und Traurigkeit in dein Herz zurück,
und diese Gefühle, belasten den Moment und den Tag.
Mühsam erobert man sich die Normalität zurück.
Die Gedanken an den Verstorbenen sind nah.

Manchmal
spürst Du Sehnsucht nach dem Verstobenen und es erschwert das Herz.
Du spürst das schreckliche Ereignis und wieder kommen die Fragen
Warum? Wie? Wieso?
Und immer mehr spürst Du, dass es keine Antwort darauf gibt.

Manchmal
Kommen Tage, da bist Du abgelenkt, denkst nicht mehr daran, was geschehen war.
Du fühlst Dich freier und unbeschwerter.
Du spürst das es hinter Dir liegt, es ist vorbei, ich kann und darf mich auch wieder  freuen.

Manchmal
begreifst Du, dass diese Zeit ein Wandel ist. Die Seele vergisst nicht.
Die Seele hat nach dem großen Schrecken dazu gelernt und neue Sicherheiten gefunden.

Jeder von Euch hat auf seine unnachahmliche Art und Weise diese Herausforderung aufnehmen müssen, und befindet sich auf einem Pfad des Heilens. Manches ist dem Anderen so ähnlich, manches ist ganz anders. Der Austausch tut gut und so mancher spürt nicht alleine diesen Weg gehen zu müssen, den anderen geht es genauso.

Wir Hartmut und ich (Sybille) sind an dem heutigen Tage bei Euch spüren Euer Anliegen und Eure Wege, die Ihr schon gegangen seid, leider können wir nicht anwesend sein, zu groß sind meine Beschwerden.
Für das Weitergehen wünschen wir Euch alles Gute und wir sind nach meiner Gesundung beim nächsten Treffen wieder dabei.

Wir danken Joachim und Bernd für diese Hilfe und Unterstützung
Alles Gute wünschen wir

Sybille und Hartmut Jatzko

Gedenken am Jahrestag

Um das schreckliche Ereignis zu verarbeiten und einander im Moment der Trauer Trost zu spenden, kamen in den Tagen nach der Tat viele Menschen in die Innenstadt, legten Blumen nieder oder stellten Kerzen auf. Vor allem vor der Porta entstand so ein riesiges Lichtermeer. Dasselbe warme Licht leuchtet nun in den Gedenksteinen, die seit Kurzem zwischen den Pflastersteinen an den Orten eingelassen sind, an denen die Opfer der Amokfahrt verstorben sind.

Der Notfall-Seelsorger Bernd Steinmetz berichtet im SWR von seiner Arbeit. Er betreut in einer Gruppe für Nachsorge seit fast drei Jahren Angehörige von Opfern der Amokfahrt, aber auch Betroffene, die durch das Erlebnis traumatisiert wurden.

Interview mit Bernd Steinmetz

Seit der Trierer Amokfahrt am 1. Dezember 2020 ist Daniel Hofmann an PTBS erkrankt. Mit seiner Assistenzhündin und viel familiärer Unterstützung kämpft er sich zurück ins Leben. Der SWR hat 27-jährigen interviewt.

Interview mit Daniel Hofmann

Jahrestag und Nachsorgetreffen

17. November 2023

Sehr geehrte von den Folgen der Amokfahrt betroffene Damen und Herren, liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Nachsorgetreffen,

letzte Woche haben wir im Gedenken an die Reichsprogromnacht in besonders eindringlicher Form erfahren, dass Gedenktage erinnern, wie viel Leid Menschen Menschen antun können und dass wir alle Anstrengungen einbringen müssen, dass solches Leid möglichst verhindert und wenn geschehen, gelindert werden muss.

Hiermit informieren wir Sie über einige Entwicklungen bzgl. der Amokfahrt vom 01. Dezember 2020 und laden zu einem nächsten Nachsorgetreffen am Jahrestag der Amokfahrt ein.

Wie Sie vielleicht aus den Medien erfahren haben, ist noch nicht entschieden, ob es bezüglich des Strafverfahrens zu einer Revisionsverhandlung kommt. Der Bericht im Trierischen Volksfreund hat hierzu nach Rückmeldung der Nebenklageanwälte und von Strafrechtsexperten den aktuellen Stand gut wiedergegeben. Der Generalbundesanwalt hat beim Bundesgerichtshof beantragt die Schuldfähigkeit des Angeklagten erneut zu überprüfen. Entscheidet der Bundesgerichtshof zu Gunsten dieses Antrages muss das Trierer Landgericht die Schuldfähigkeit des Angeklagten erneut beurteilen. Dies könnten in der Konsequenz zwei Verhandlungstage sein, in der zur Person des Angeklagten verhandelt wird. Der Tathergang und die besondere Schwere der Schuld stehen nicht zur Verhandlung, so dass für diesen Bereich keine belastenden Zeugenaussagen zu erwarten sind. Ebenso steht nicht das Strafmaß, sondern die Unterbringung in der forensischen Psychiatrie oder in einer Strafanstalt zur Debatte.

In den nächsten Tagen sollen auch die vom Trierer Künstler Guy Charlier in Abstimmung mit den Hinterbliebenen entworfenen individuellen Gedenkplatten an den Todesorten in der Fußgängerzone verlegt werden. In Abstimmung mit den Hinterbliebenen erfolgt dies zum Schutz der Privatsphären der Angehörigen ohne Medienbegleitung. Anschließend wird seitens der Stadt den Medien Gelegenheit gegeben darüber zu informieren. Für die Gedenkstätte zwischen Porta Nigra und Alleenring wird seitens der Stadt Trier der dafür vorgesehene Platz vorbereitet (Einrahmung mit Pflanzen, …), wie es vom einem Landschaftsarchitekturbüro in Abstimmung mit dem Künstler Clas Steinmann entworfen wurde. Mit der Errichtung der Gedenkstätte ist Mitte des Jahres 2024 zu rechnen, da hier beim Bronzeguss Lieferschwierigkeiten bestehen. Hier können wir Sie gerne weiter informieren und auch helfen Ihre Fragen zu beantworten, wenn Fragen entstehen.

Der Jahrestag der Amokfahrt in Trier rückt näher. In diesem Jahr ist seitens der Stadt Trier ein stilles Gedenken im Seitenschiff des Trierer Doms mit Musik und einem spirituellen Impuls, also ohne Ansprachen, geplant. Zeitpunkt dieses Gedenkens ist die Tatzeit nach 12:00 Uhr, beginnend mit dem Glockengeläut. Jede, jeder, der dies möchte und sich dazu in der Lage fühlt, ist herzlich willkommen.

Wir bieten aus diesem Anlass vor und nach dem Gedenken ein Zusammensein in der Form unserer Nachsorgetreffen an. Wir beginnen am Freitag 01.12.2023 um 10:30 Uhr mit einem Ankommen bei Kaffee, Tee und Kaltgetränken. Von 11:00 bis 12:00 Uhr möchten wir im Kreis der Schicksalsgemeinschaft Themen besprechen, die Sie beschäftigen. Dies kann zum einen der Austausch über die Entwicklung der Gedenkstätte sein oder der aktuelle Stand der Stiftung für die Betroffenen der Amokfahrt 01. Dezember 2020, die beim letzten Nachsorgetreffen anwesend war und informiert hat. Auf Wunsch von der Amokfahrt Geschädigter soll das Kuratorium der Stiftung um ein weiteres Mitglied aus dem Kreis der Betroffenen ergänzt werden. Dies könnte im Rahmen unserer Zusammenkunft besprochen und der Stiftung vorgeschlagen werden. Nach dem Gedenken können wir uns wieder in unserem zu einem kleinen Imbiss und zum Austausch und zur gegenseitigen Stärkung treffen. So steht also für das Nachsorgetreffen ein Zeitfenster von 10:30 Uhr bis 15:00 Uhr zur Verfügung.

Um die gemeinsame Teilnahme am Gedenken zu erleichtern und den Weg durch Fußgängerzone und Weihnachtsmarkt zu ersparen, treffen wir uns im Gotischen Saal des Trierer Domes. Dieser Saal liegt im Dom-Kreuzgang und ist entweder vom Dom her oder von der Rückseite, Platz der Menschenrechte, zu erreichen. Wenn Sie teilnehmen möchten und uns dies auf diese Mail rückmelden, können wir auf Wunsch eine exaktere Wegbeschreibung senden.

Bitte teilen Sie uns deshalb mit, ob Sie am Treffen teilnehmen möchten und wann Sie dabei sein wollen, damit wir den notwendigen Rahmen vorbereiten können. Die Rückmeldungen können Sie an die Email-Adresse: bernd.steinmetz@katastrophen-nachsorge.de senden.

Das Treffen wird von Frau und Herrn Jatzko, Joachim Müller-Lange und Bernd Steinmetz geleitet. Seien Sie alle herzlich eingeladen!

Mit freundlichen Grüßen

Sybille Jatzko, Bernd Steinmetz, Joachim Müller-Lange

Weiterführung der Nachsorge

30. März 2023

Da der Landesopferbeauftragte mit den ihm zur Verfügung stehenden Adressen bisher zu den Treffen eingeladen hat, bitten wir Sie auf die Email: info@katastrophen-nachsorge.de oder auch per SMS auf die Nr. 015168825769 mitzuteilen, ob Sie in Zukunft Einladungen zu Nachsorgetreffen und Informationen zu Angeboten und aktuellen Entwicklungen in diesem Zusammenhang haben möchten.

Mit Ihrer Rückmeldung kann in Zukunft die Stiftung „Katastrophen-Nachsorge“ sowie die „Stiftung für die Betroffenen der Amokfahrt 1. Dezember 2020“ Sie informieren, wenn Sie hierzu einwilligen. Da wir schon einige Adressen haben kann es zu erneuter Ermächtigung kommen, das tut uns leid, aber es liegen uns noch nicht alle Adressen von Betroffenen vor, die auch informiert werden möchten.

Für die Unterstützung bei der Bewältigung und Verarbeitung der psychosozialen Folgen der Amokfahrt wird über die Nachsorgetreffen hinaus, zu denen auch in Zukunft offen eingeladen wird, ein neues Angebot zur Verfügung gestellt.

Die Stiftung Katastrophen-Nachsorge hat im Internet eine sichere Plattform aufgebaut, in der in einem Gruppenchat Informationen ausgetauscht werden können und wenn gewünscht in Einzelchats mit Familie Jatzko, Herrn Joachim Müller-Lange und Dr. Bernd Steinmetz Beratungskontakte gepflegt werden können, die der Verschwiegenheit der Beratungsberufe unterliegen. Die zur Verfügung gestellte Plattform Ginlo privat ist eine für Beratungsanlässe besonders gesicherte Plattform, zu der nur Berechtigte Zugriff bekommen, und die nur auf deutschen Servern gespeichert wird. Chat Programme sind schon vielen Smartphone Besitzern bekannt. Die meist benutzten Chat-Programme sind nicht sicher, und je nachdem welches Sie nehmen, geben Sie Ihre Daten in für Sie unkontrollierbare Systeme. Nach genauer Recherche ist Ginlo das einzige Chatprogramm, das aus Deutschland ist, und in Deutschland den Sitz hat.

Im Unterschied zu Emails, die dem Vertraulichkeitsgrad einer Postkarte entsprechen, können so auch besonders zu sichernden persönlichen Informationen ausgetauscht werden. Wenn Sie Interesse an diesem Angebot haben, erhalten Sie von der Stiftung Katastrophen-Nachsorge einen Link um Ginlo privat auf Ihr Smartphone oder Ihr Laptop herunterzuladen. Anschließend können Sie von der Administratorin, Frau Jatzko, oder Dr. Bernd Steinmetz für die Nutzung zugelassen werden. Falls Betroffene der Amokfahrt persönliche Beratungsgespräche zur Verarbeitung der psychosozialen Folgen der Amokfahrt zwischen den Nachsorgetreffen wünschen, können Sie dies mit Dr. Bernd Steinmetz von der Stiftung Katastrophen-Nachsorge vereinbaren (bernd.steinmetz@katastrophen-nachsorge.de). Bernd Steinmetz befindet sich im beruflichen Ruhestand und bietet dieses Angebot in Trier ehrenamtlich an. Bei Bedarf können Sie so unterstützt werden für Sie passende und hilfreiche Unterstützungsangebote zu finden.

Auch der Opferbeauftragte der Landesregierung, Detlef Placzek, hat in einem Schreiben über den weiteren Verlauf der Nachsorge informiert.

Anschreiben ansehen

Im folgenden Dokument erhalten Sie einen Überblick über den aktuellen Stand hinsichtlich der Umsetzung der Gedenkstätten.

Erläuterung Gedenkstätten

Gedenken am 2. Jahrestag

2. Dezember 2022

Anlässlich des zweiten Jahrestags der Amokfahrt von Trier, fand am 1. Dezember ein gemeinsames Gedenken statt.

Es war der Wunsch der Hinterbliebenen ein stilles Gedenken zu haben. So gab es zum Tatzeitpunkt das Glockenläuten.

Alle standen ruhig und mit vielen Gedanken an die getöteten Menschen zusammen.
Zwei Trompeter gaben dem Gedenken musikalische Begleitung. Es war ruhig, innig und die große Trauergemeinde war spürbar.

Der Opferbeauftragte der Landesregierung, Detlef Placzek, richtete Worte des Gedenkens an die Anwesenden unseres Nachsorgetreffens.

Rede ansehen

Auch die Redaktion der SWR Landesschau Rheinland-Pfalz berichtete im Vorfeld über die seelischen Nachwirkungen der Betroffenen und Hinterbliebenen und unsere Nachsorge vor Ort.

Statement des Opferbeauftragten
zum Urteil

17. August 2022

Anlässlich der Urteilsverkündung äußert sich der Opferbeauftragte der Landesregierung, Detlef Placzek:

„Ich begrüße die Entscheidung des Gerichts, welches die Interessen der Opfer damit anerkennt. Dadurch wird deutlich, dass solche Taten für die Opfer und Hinterbliebenen ein unermesslich großes Leid bedeuten. Der langwierige Prozess stellte eine große psychische Belastung für die Opfer dar, wie sich in den Nachsorgetreffen immer wieder zeigte. Das Urteil ist eine Chance für alle Betroffenen, mit den Erlebnissen des 01. Dezember 2020 abschließen zu können. Damit ist ein Weg vom Recht zur Gerechtigkeit gefunden worden.“

Am Dienstag, 16. August 2022, wurde das Urteil des Landgerichts Trier im Prozess um die tödliche Amokfahrt in der Trierer Innenstadt vom 1. Dezember 2020 verkündet. Der Angeklagte wurde wegen fünffachen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Das Gericht hat die besondere Schwere der Tat festgestellt und sah es als erwiesen an, dass der 53-Jährige vorsätzlich Menschen tötete bzw. es versuchte. Die Richter ordneten an, den Angeklagten in einer Psychiatrie unterzubringen und seinen Führerschein auf Lebenszeit zu entziehen.
Gemeinsam mit der Stiftung Katastrophen Nachsorge baute der Opferbeauftragte der Landesregierung eine mittel- und langfristige Nachsorgestruktur für Betroffene der Amokfahrt in Trier und deren Angehörige auf. Unter Anleitung von Ärztinnen und Ärzten, professionellen Gesprächstherapeutinnen und -therapeuten und fachkompetenten Mitarbeitenden der Stiftung Katastrophen Nachsorge, die über 30 Jahre Erfahrung in der Begleitung von Menschen nach schicksalhaften Großereignissen verfügen, konnten Betroffene seit dem 6. Februar 2021 an bisher zehn Nachsorgetreffen teilnehmen. Die Themen der Nachsorgetreffen beziehen sich eng auf die Anliegen der Betroffenen und informierten z.B. über „Trauma – was ist das“, Möglichkeiten der Entschädigung, Nebenklage und die Errichtung einer Stiftung durch die Stadt Trier. Die Nachsorgetreffen dienen dazu, in einem geschützten Rahmen persönliche Erlebnisse anzusprechen, Unterstützung und Hilfestellung im Verarbeitungsprozess zu erfahren und neue Perspektiven zur Gestaltung der Zukunft zu finden.

Gedenken am 1. Jahrestag

1. Dezember 2021

Anlässlich des ersten Jahrestags der Amokfahrt von Trier, fand am 1. Dezember ein gemeinsames Gedenken statt. Allen Betroffenen wurde im Rahmen der Veranstaltung gedacht sowie Trost gespendet. Um 13.46 Uhr startete mit dem Glockengeläut des Trierer Doms ein Ökumenischer Gottesdienst unter der Leitung von Bischof Dr. Stefan Ackermann.

Im Anschluss haben sich Angehörige und Opfer in der Europahalle getroffen. Am Abend wurde zudem ein Gedenkkonzert in der Basilika veranstaltet.

Weiteres Todesopfer der Amokfahrt

26. Oktober 2021

Wir trauern um ein weiteres Opfer der Amokfahrt vom 1. Dezember 2020 in Trier. Fast ein Jahr nach der schrecklichen Tat, ist vor wenigen Tagen ein 77-jähriger Mann an den Folgen seiner schweren Verletzungen verstorben. Er ist das sechste Todesopfer – auch seine 73-jährige Frau war bei der Amokfahrt getötet worden. Auch der Trierer Stadtrat hat in seiner letzten Sitzung dem Verstorbenen mit einer Schweigeminute gedacht.

Am 1. Dezember jährt sich die Amokfahrt zum ersten Mal. Hier wird im Rahmen eines ökumenischen Gottesdienstes aller Opfer der Amokfahrt gedacht.

Impression vom Nachsorgetreffen

26. Juni 2021

Am Samstag, den 26. Juni fand in Trier ein weiteres Nachsorgetreffen für Hinterbliebene und Betroffene der Amokfahrt statt. Ein Foto des Raumes, in dem das Treffen stattgefunden hat, zeigt eindrucksvoll, dass viele Menschen zusamenkommen, um das Erlebte gemeinsam zu verarbeiten.

Der Termin für das nächste Nachsorgetreffen wird bald bekannt gegeben.

Stuhlkreis im Rokokosaal

Kunst von Betroffenen

5. Februar 2021

Mit Aufnahme der Nachsorge in Trier erreichen uns immer wieder Werke, in denen das Geschehene verarbeitet und in Kunst zum Ausdruck gebracht wird.

Zeichnung von Nadine Sestan

Mit der Zeichnung des Kraftengels, bringt Nadine Sestan ihre Solidarität mit den Betroffenen aus Trier zum Ausdruck. Sie selbst ist eine verletzte Hinterbliebene der Trunkenheitsfahrt von Pirmasens.

Trauerkerze von Wachsziermeisterin Julia Mentzer