Gedenken zum 5. Jahrestag
14. Juni 2025
Im Auftrag der Stiftung Katastrophen-Nachsorge organisierte Sally Kaczmarzyk, eine Notfallseelsorgerin aus Pirmasens, die Gedenkfeier zum 5. Jahrestag.
Wir danken auch dem evangelischen Pfarrer Mathias Schröder, für sein pastorales Begleiten.
Sally eröffnete die Gedenkfeier mit folgender Rede:
Liebe Familie Mangold,
liebe Freundinnen und Freunde von Björn,
liebe Mitbetroffene, Helfende und Begleitende,
sehr geehrte Damen und Herren,
heute stehen wir gemeinsam hier, um zu erinnern. Um innezuhalten an einem Tag, der sich eingebrannt hat – in Herz, Seele und Erinnerung.
Am 14. Juni 2020, vor fünf Jahren, geschah hier ein tragisches Unglück. An diesem Tag verlor Björn sein Leben. Sechs weitere Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Viele Zeuginnen und Zeugen des Geschehens trugen und tragen bis heute die unsichtbaren Wunden von dem, was sie miterleben mussten.
Ich war damals als Notfallseelsorgerin vor Ort. Ich erinnere mich sehr genau an die ersten Stunden: an die Schwere in der Luft, an die Stille, an das Entsetzen in den Augen der Menschen. Und ich erinnere mich an Björn – nicht nur als Namen, sondern als Mensch, dessen Leben plötzlich, sinnlos und viel zu früh endete.
Für die, die ihn kannten und liebten, hat dieser Tag alles verändert. Für seine Familie, für Freundinnen und Freunde – aber auch für die, die dabei waren, halfen, nicht helfen konnten oder einfach nur Zeugen wurden.
Was dort geschah, wirkt bis heute nach. Nicht nur in einzelnen Biografien, sondern in einem kollektiven Schmerz, den viele mit sich tragen. Es war meine Aufgabe – und meine Verantwortung – als NotfallSeelsorgerin, diesen Schmerz zu begleiten. Später durfte ich diese Arbeit mit der Stiftung Katastrophennachsorge fortsetzen und erleben, wie wichtig langfristige Begleitung ist, wenn das Unsagbare in ein Leben einbricht.
Ein solcher Verlust lässt sich nicht „verarbeiten“ im üblichen Sinne. Was bleibt, ist nicht nur die Trauer – sondern auch eine tiefe Verbundenheit, wie Sybille Jatzko es nennt eine Schicksalsgemeinschaft. Eine Verantwortung füreinander. Und ein Gedenken, das nicht an ein Datum gebunden ist, sondern an ein Gefühl: Dass Björn mit seiner unbeschreiblichen Art fehlt. Jeden Tag.
Heute geht es nicht nur darum, zurückzuschauen. Heute geht es auch darum, da zu sein. Für uns selbst, füreinander – und für Björn, in Ihren und unseren Herzen.
Lasst uns gemeinsam an Björn denken. In Liebe, in Trauer – und in Erinnerung an ein Leben, das Spuren hinterlassen hat.
In Gedenken an einen witzigen und wundervollen Menschen.
Und in Mitgefühl mit allen, die verletzt wurden – sichtbar und unsichtbar.
Danke, dass Sie heute hier sind!
Im Anschluss wurde noch das Gedicht „Manchmal“ von Sybille Jatzko an Familie Mangold übergeben.
Gedenken zum 3. Jahrestag
14. Juni 2023
Heute gedachten wir in Primasens zum dritten Mal gemeinsam an Björn, der sein Leben verlor und an die körperlich und seelisch Verletzten durch die Trunkenheits- Amokfahrt vom 14. Juni 2020.
Es unterstützten diese Gedenkfeier Herr Pfarrer Matthias Schröder (ev.) sowie Pfarrer Bernd Adelmann (kath.).
Gedenken zum 2. Jahrestag
14. Juni 2022
Zum 2. Jahrestag sind Hinterbliebene und Betroffene des Unglücks aus Pirmasens zu einem gemeinsamen Gedenken an der eingerichteten Gedenkstätte zusammengekommen.
Die pastorale Begleitung übernahm Matthias Schröder.
Gedenken am 1. Jahrestag
13. Juni 2021
Anlässlich des 1. Jahrestags sind Hinterbliebene und Betroffene des Unglücks aus Pirmasens zu einem gemeinsamen Gedenkgottesdienst zusammengekommen. Im Rahmen der Veranstaltung wurde zudem eine Gedenkstätte unweit der Unglücksstelle eingeweiht. Sie dient als Erinnerung an den Verstorbenen und wurde von den Betroffenen mitgestaltet.
In einer emotionalen Rede gedachte der Pirmasenser Oberbürgermeister Markus Zwick dem Verstorbenen sowie den Betroffenen des Unglücks.
Spendenaufruf
Am 14. Juni 2020 ereignete sich eine Trunkenheitsfahrt. Das Auto fuhr in eine wartende Menschengruppe. Ein Mann verstarb und mehrere Menschen wurden schwer verletzt.
Seit diesem Unglück begleitet die Stiftung Katastrophen-Nachsorge die Schicksalsgemeinschaft. Zum ersten Jahrestag möchte diese Gruppe (Hinterbliebene und Überlebende) den Unglücksort gestalten.
Geplant ist eine Bank zum Gedenken, sowie die Anbringung eines großen Bildes, welches von einer Betroffenen künstlerisch gestaltet wurde. Die Gruppe bittet um Spenden, damit dieses Vorhaben realisiert werden kann.
Spendenkonto
IBAN DE12 5405 0110 0000 5603 34
Kontoinhaber Stiftung Katastrophen-Nachsorge
Bitte beim Verwendungszweck „Schicksalsgemeinschaft Pirmasens“ angeben. Die Stiftung ist berechtigt Spendenbescheinigungen auszustellen. Bitte auch hierfür Ihre Adresse im Buchungstext angeben.
Artikel Pirmasenser Zeitung
4. Mai 2020
Die Pirmasenser Zeitung berichtet anlässlich des bevorstehenden Jahrestags über die bevorstehende Errichtung einer Gedenkstätte.
Nachsorge trotz Corona
31. Januar 2021
Trotz der Auflagen, bedingt durch die Corona Pandemie, haben wir mit den Opfern und Hinterbliebenen bereits mehrere Nachsorgetreffen durchgeführt. Hier wurde mittels Onlinekonferenzsystemen eine passende Übergangslösung gefunden, bis Präsenztermine wieder möglich sind.
Auftakt Gerichtsverhandlung
3. Dezember 2020
Nach einer Nachsorge Vorbereitung für die anstehende Gerichtsverhandlung, bei der vier Personen als Nebenkläger auftraten, fand heute im Amtsgericht Pirmasens die Verhandlung statt.
20 Personen trafen sich vor dem Eingang des Gerichts. Nur vorher angemeldete Personen durften in das Gerichtsgebäude zu Verhandlung. Alle anderen durften aufgrund strenger Hygienevorschriften das Gerichtsgebäude nicht betreten und froren vor dem Gebäude.
Beitrag in der SWR-Landesschau
17. Juli 2020
Beitrag in der SWR Landesschau zum Unglück in Pirmasens. Freunde und Bekannte berichten über Ihre Gefühle und das Verarbeiten des Erlebten.
Fragebogen für Opfer und Einsatzkräfte
8. Juli 2020
Wir bitten alle Betroffenen des Unglücks von Pirmasens unseren anonymen Fragebogen auszufüllen und uns per Post zukommen zu lassen. So können wir zukünftige Nachsorgetreffen besser auf Ihre Bedürfnisse ausrichten.
Artikel Pirmasenser Rundschau
8. Juli 2020
Ein Zeitungsartikel in der Pirmasenser Rundschau berichtet über das erste Nachsorgetreffen welches wir gemeinsam mit dem Opferschutzbeauftragten des Landes Rheinland-Pfalz durchgeführt haben.
Artikel Südwestdeutsche Zeitung
7. Juli 2020
In der aktuellen Ausgabe der Südwestdeutschen Zeitung berichtet die Mutter des tödlich verletzten Opfers über Ihre Gefühle und Gedanken unmittelbar nach dem Unglück.
1. Nachsorgetreffen Pirmasens
7. Juli 2020
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten sich am 4. Juli 2020 in einer geschützten Atmosphäre aussprechen. Dem gegenseitigen Austausch wurde viel Raum und Zeit gegeben.
Viele der Überlebenden konnten wahrnehmen, dass sie sich in einer sehr ähnlichen Situation befinden wie andere und ähnliche Belastungen durchmachen.
Wir als Stiftung Katastrophen Nachsorge sind berührt und bereichert. Die Räumlichkeiten der Pfarrgemeinde St. Pirmin zu Pirmasens Zusammenarbeit ermöglichte eine gute Atmosphäre für die gesamte Gruppe. Dafür von uns noch einmal ein herzlicher Dank.
Beteiligt waren
- Opferbeauftragter des Bundeslandes Rheinland-Pfalz
Detlev Placzek - Oberbürgermeister von Pirmasens
Markus Zwick - Opferbeauftragte der Polizei Westpfalz
Dorothea Scheffe - Vertreterin des Weissen Rings
Simone Weller - Mitarbeiterin des Opferbeauftragten
Susanne Kraft - Vorsitzende der Stiftung Katastrophen-Nachsorge
Sybille Jatzko - Stellvertretender Vorsitzender der Stiftung Katastrophen-Nachsorge
Joachim Müller-Lange - sowie weitere 20 Opfer und Ersthelfer

